Der Prinz im Riyad El Cadi

7. Juli 2011 Riyad El Cadi

Der Prinz im Riyad El Cadi

Ein Prinz wollte sich unser Haus anschauen. Das Personal seines Hotels hatte sich überschlagen vor Eifer in dem Bemühen, uns deutlich zu machen, dass eine veritable Hoheit sich die Ehre gab, unser bescheidenes Riad aufzusuchen.

Es trafen ein: eine matronige Dame mexikanischer Herkunft, ein gesprächiger Künstler mit deutschem Akzent, eine undurchsichtige, dunkle Figur von Mann mit einer Jacke, wie ich sie Anfang der 90er in einem Geschäft für Damenmoden erstanden hatte, sowie ein Herr mit vollen Lippen, schwarzen, von sattem Öl glänzenden Locken, die ihn überlang in den Nacken wuchsen, in seiner Hand die Gebetskette mit gelben Perlen.

Lange blieb unklar, wer der Prinz denn nun sei – war es einer aus dem deutschen Kaisergeschlecht mit einer mehr oder weniger nahen Anwartschaft auf den Thron, oder ein arabisch/indischer Prinz oder war die ganze Mannschaft gar nur ein perfides Diebesteam? Der Künstler zeigte sich unentwegt euphorisch begeistert , die Mexikanerin als Grande Dame. Sprachlos und finster blieb die dunkle Entourage.